mareXtreme
Transfer
Der Transfer von Forschungsergebnissen und wissenschaftlichen Erkenntnissen an Akteur:innen, Entscheidungsträger:innen und politische Akteur:innen ist seit dem Start der Forschungsmission mareXtreme im Jahr 2024 eine zentrale Aufgabe. Anwendbares Wissen und adaptives Verhalten im Falle von Naturgefahren und Extremereignissen sind für die Gesellschaft von entscheidender Bedeutung. Dieser Transfer verringert die Verwundbarkeit von Küstenregionen, stärkt ihre Resilienz und ermöglicht gleichzeitig Innovationen, die unser Wohlbefinden verbessern und die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie fördern. Im Rahmen der vier geförderten Forschungsprojekte zu maritimen Gefahren setzen wir wissenschaftliche Erkenntnisse in die Entwicklung innovativer Sensoren und Warnmechanismen gemeinsam mit kleinen und mittleren Unternehmen um. Die Ergebnisse fließen in die Entscheidungsfindung auf Verwaltungs- und politischer Ebene ein und werden gleichzeitig für Bildungsmaßnahmen in lokalen Gemeinschaften und Schulen genutzt.
Unser Transferansatz verfolgt vier Hauptwege:
1
Der Transfer von (anwendbarem) Wissen an alle Akteur:innen, basierend auf gegenseitigem Verständnis und durchgeführt in offener und inklusiver Weise, ist Voraussetzung für die Entwicklung umfassender und akzeptierter Lösungen. mareXtreme arbeitet in seinen Projekten sowohl mit Regierungsbehörden als auch mit Akteur:innen der Privatwirtschaft zusammen, um einen bedarfsorientierten wissenschaftlichen Ansatz zu gewährleisten.
2
Entscheidungsträger:innen benötigen fundiertes Vorauswissen, um Katastrophenmanagement und Transformationsprozesse zu antizipieren. Ihre Entscheidungen können dann zu nachhaltigen Veränderungen in Politik, Praxis und gesellschaftlichen Normen beitragen. Durch regelmäßige Austauschformate mit Entscheidungsträger:innen, wie z. B. parlamentarische Konsultationen und öffentliche Veranstaltungen (Ausstellungen, Messen), stellen wir sicher, dass die Empfehlungen Gehör finden.
3
Bildung: Nicht nur die heutigen Küstengemeinden (und die beteiligten Akteur:innen, beispielsweise im Katastrophenmanagement), sondern auch die nächsten Generationen müssen grundlegende Prozesse und Maßnahmen in einer sich wandelnden Welt verstehen. Bei mareXtreme bieten wir daher sowohl Virtual-Reality-Ansätze zur Sensibilisierung und Verringerung der Anfälligkeit als auch einfache und wissenschaftlich fundierte Animationen für Sensibilisierungstrainings und Lehrmaterialien für verschiedene Altersgruppen an.
4
Technologietransfer schafft die Mechanismen, die die gesamte Wertschöpfungskette von der wissenschaftlichen Idee über innovative Lösungen und deren erfolgreiche Implementierung bis hin zur gemeinsamen Entwicklung und Markteinführung eines Produkts mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nutzen. In den vier Kooperationsprojekten von mareXtreme resultiert diese gemeinsame Entwicklung in intelligenten Meeressensoren, die geologische oder biologische Gefahren erkennen – entweder als Teil eines Meeresboden-Warnsystems oder als Testkits zur Wasserqualitätsprüfung nach Extremereignissen (Algenblüten, Nährstoffmangel usw.).

Beispiele unserer Transferarbeiten:

Reallabor Wremen
Was bedeutet es, dass die Gefahren aus dem Meer immer größer werden und wir uns als Zivilgesellschaft mit diesen Gefahren auch gemeinsam auseinandersetzen müssen? Als kurze Erklärvideos für die Bevölkerung berichtet der zuständige Deich-Verantwortliche über die Küstensituation im Reallabor-Standort Wremen, erklärt die Herausforderungen und beschreibt die Vorzüge der Zusammenarbeit mit dem Projekt METAscales.
Bildungsmaterial für Schulklassen
Die Elbsimulation ist ein digitales Tool für den Unterricht und wurde im Rahmen des Bildungmaterials "WetterXtreme" entwickelt. Es wurde gemeinsam von Forschenden und Lehrkräften entwickelt, um wissenschaftliche Forschung anschaulich in den Unterricht zu integrieren. WetterXtreme bietet fundiertes und praxisnahes Material, das Schülerinnen und Schüler befähigt, komplexe Zusammenhänge zwischen Wetter, Umwelt und Gesellschaft mit dem interaktiven Tool zu erkennen. Wie wirkt sich eine Dürre auf die Wassertemperatur, den Sauerstoffgehalt, Salzgehalt und den Fischbestand aus? Und was sind die Unterschiede zum Hochwasser?


Virtual-Reality-Material zur Schulung von Akteur:innen und der Öffentlichkeit
Gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW), einer Bundesbehörde, die auf technische und humanitäre Hilfe in Katastrophengebieten spezialisiert ist, haben wir einen digitalen Zwilling eines Deichabschnitts der Elbe entwickelt. Dieser wird für die Schulung einiger der rund 88.000 ehrenamtlichen Helfer des THW genutzt.
Grand Tsunami Assessment: Kalamata
Unsere Virtual-Reality-Anwendung verbindet reale Daten mit wissenschaftlich fundierten Szenarien aus dem Verbundprojekt MULTI-MAREX. In einer speziell für partizipative Formate entwickelten virtuellen Umgebung werden komplexe Risiken anschaulich und interaktiv erfahrbar.
Stakeholder:innen, Entscheidungsträger:innen sowie Akteur:innen aus der Zivilgesellschaft können die Auswirkungen von Tsunamis und multi-kaskadierenden Ereignissen realitätsnah erleben.
So entsteht ein immersives Verständnis für potenzielle Gefahrenlagen – mit dem Ziel, Risikobewusstsein zu stärken, Entscheidungsprozesse zu unterstützen und die Vorbereitung auf den Ernstfall nachhaltig zu verbessern.


Grand Terrain Assessment: Santorini
Die komplexe Datenlage im hellenischen Vulkangürtel stellt selbst Fachleute häufig vor große Herausforderungen. Mit diesem Virtual-Reality-Tool lassen sich die vielschichtigen Informationen erstmals auf immersive Weise erleben und intuitiv erfassen. Schweben Sie über gewaltige Vulkankomplexe oder tauchen Sie in faszinierende Hydrothermalfelder ein – diese Anwendung macht anspruchsvolle wissenschaftliche Daten räumlich erfahrbar.
Das Produkt umfasst außerdem speziell entwickelte Szenarien aus dem Verbundprojekt MULTI-MAREX, die auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten sind und dazu beitragen, Risiken in der Region fundierter einzuschätzen und besser zu verstehen.
Maria S. Merian 360
Abenteuer, Arbeit und Alltag prägen das Leben an Bord eines modernen Forschungsschiffs. Damit wissenschaftliche Expeditionen auf den Weltmeeren überhaupt möglich sind, braucht es ein eingespieltes Team unterschiedlichster Fachleute, die rund um die Uhr den Betrieb des Schiffs gewährleisten. Im immersiven Produkt Maria S. Merian 360 geben Wissenschaftler:innen und die Crew Einblicke in die Arbeiten, die in der Mission mareXtreme und dem Verbund MULTI-MAREX in der Ägäis durchgeführt wurden.
Die Premiere findet am 07.05.26 im Rahmen des CINEMARE Filmfestivals in Kiel statt.

