top of page

Ein Update von MULTI-MAREX

  • 23. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Stunden


Das zweite Jahr der MULTI-MAREX-Mission war geprägt von intensiver Feldforschung sowie der gezielten Stärkung der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und politischen Entscheidungsträger:innen in der Ägäis sowie auf Ebene der griechischen Regierung.


Bereits Ende 2024 begann die erste Phase mariner Forschung. Ende Januar 2025 begann im Meeresgebiet zwischen Santorini und Amorgos eine seismische Krise mit mehr als 30.000 Erdbeben. Am 2. Februar initiierte MULTI-MAREX eine Rapid-Response-Mission. In enger Zusammenarbeit mit griechischen Partner:innen wurden Messinstrumente am Meeresboden der Caldera von Santorini installiert, um Lage, Anzahl und Magnitude der Erdbeben sowie begleitende Risiken wie Hangrutschungen und eine potenzielle Tsunami-Gefährdung präzise und zeitnah zu erfassen.


Die gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden kurzfristig aufbereitet und als fundierte Lageberichte an die zuständigen griechischen Behörden sowie an den Premierminister übermittelt, um das behördliche Gefahrenmanagement während der akuten Krise gezielt zu unterstützen. MULTI-MAREX nahm damit eine unmittelbare wissenschaftliche Beratungsrolle ein und stellte belastbare Entscheidungsgrundlagen auf höchster politischer Ebene bereit. Parallel dazu wurde die Öffentlichkeit umfassend über den Verlauf der Ereignisse informiert. 


Ein wissenschaftlicher Höhepunkt des Verbundprojekts war die Publikation zentraler Ergebnisse zur seismischen Krise in der Ägäis im renommierten Fachjournal Nature (Isken, Karstens et al., 2025). Diese Veröffentlichung unterstreicht die internationale wissenschaftliche Relevanz der Arbeiten von MULTI-MAREX und belegt zugleich, wie exzellente Forschung, operative Krisenreaktion und politische Entscheidungsunterstützung wirksam miteinander verbunden werden können.


Die seismische Krise und die Unterstützung der griechischen Behörden verdeutlichen die Wirksamkeit des MULTI-MAREX-Ansatzes zur Verbesserung des Gefahrenmanagements in der Ägäis und zeigen zugleich dessen Übertragbarkeit auf andere Regionen mit geomarinen Risiken. Zentral für diesen Ansatz war die enge Zusammenarbeit von Wissenschaftler:innen aus Deutschland und Griechenland, lokalen Behörden, staatlichen Institutionen sowie Expert:innen aus Medien- und Wissenschaftskommunikation. Die gemeinsame Entwicklung von anwendungsorientiertem Wissen und Minderungsmaßnahmen erwies sich als effektiv, zeitgerecht und praxisnah und demonstrierte konkrete Wege zur Stärkung der Resilienz von Küstenregionen.


Begleitend zur Krisenbewältigung wurden die langfristigen Projektaktivitäten weitergeführt und ausgebaut. Dazu gehörte der Aufbau transdisziplinärer Living Labs, unter anderem im Rahmen des UNESCO-IOC-Programms „Tsunami Ready“, sowie intensive Abstimmungen mit lokalen, nationalen und internationalen Partner:innen zur nachhaltigen Stärkung der Katastrophenvorsorge. Bildungs- und Outreach-Aktivitäten, darunter Schulveranstaltungen in Griechenland und Deutschland mit mehreren tausend Schüler:innen, ergänzten diese Arbeiten und trugen zur Stärkung des gesellschaftlichen Risikobewusstseins in Kalamata sowie auf Santorini bei.


Das Forschungsschiff Maria S. Merian während der Forschungsexpedition MSM135 vor Santorini (Foto: Felix Gross, Kiel University).
Das Forschungsschiff Maria S. Merian während der Forschungsexpedition MSM135 vor Santorini (Foto: Felix Gross, Kiel University).

bottom of page